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Unsere Erna-de-Vries-Schule

Unsere Grund- und Oberschule in Lathen trägt seit 2018 den Namen von Erna de Vries. Sie ist in diesem Jahr 97 Jahre alt geworden und eine Überlebende des Holocaust.

Unser Leitbild orientiert sich an den zentralen Erfahrungen von Frau Erna de Vries, die trotz der ihr widerfahrenen Grausamkeiten immer wieder auf die Bereitschaft einzelner Menschen verweist, Hilfsbereitschaft zu zeigen und Hilfe – trotz und gegen aller Widrigkeiten – zu gewähren. Diese Erfahrung hat uns zu unserem Leitbild bewogen, in dem es darum geht, dass sich das Menschsein erst durch die Mitmenschlichkeit manifestiert. Unser Leitbild lautet daher:
«Nicht nur Mensch sein, sondern mitmenschlich sein»

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SCHÜLER /
SCHÜLERINNEN

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LEHRERINNEN

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PÄDAGOGISCHE MITARTBEITER

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MITARBEITER IN DER VERWALTUNG

Unsere Schule

Wir sind eine Grund- und Oberschule im Zentrum von Lathen. Der Einzugsbereich der Schule erstreckt sich über die Samtgemeinde Lathen. Die Jahrgänge sind drei bis vierzügig. Insgesamt haben wir über 700 Schülerinnen und Schüler und über 60 Kolleginnen und Kollegen.

Die Schule unterteilt sich in einen Grundschul- und in einen Oberschulbereich. In der Mitte zwischen Primar- und Sekundarbereich befindet sich die Mensa. Die Schule verfügt über eigene Turnhallen und über einen eigenen Sportplatz. Das angrenzende Freibad kann während der Unterrichtszeit ebenfalls durchgängig genutzt werden. Neben dem naturwissenschaftlichen Bereich, in dem sich die Fachräume für Physik, Biologie und Chemie sowie ein Hörsaal befinden, grenzt der Bereich der Hauswirtschaft mit eigener Schulküche mit Unterrichtsraum an. Im Kreativ-Bereich der Schule befinden sich die Musikräume samt Bühne, die Kunst- und Textilräume, sowie zwei Holz- ein Metall und ein Schweißraum. Hinzu kommt ein Technikraum, der besonders den Jahrgängen 9/10 zur Verfügung steht, und insgesamt zwei Computerräume. Die Grundschule verfügt neben einem weiteren Computerraum über einen eigenen Sachunterrichts- und Kreativraum mit Vorbereitungsraum. Ebenso verfügt sie über eine kleine Schülerküche, um so auch z.B. eine Back-AG anbieten zu können. Die Aula der Grundschule weist zudem eine kleine Theaterbühne auf. Neben vielen Kurs- und Inklusionsräumen gibt es in Jahrgang vier ein Doppelraumkonzept, um Differenzierungsmöglichkeiten einen breiteren Raum zu geben. Abschließend befindet sich im Bereich 9/10 die Berufsorientierung mit eigenen Räumen.

Biographisches zu Erna de Vries​

Seit 1998 berichtet Frau de Vries in Schulen und Bildungseinrichtungen über Ihr Schicksal. Für ihre Verdienste ehrte die Samtgemeinde Lathen Erna de Vries mit der Ehrenbürgerschaft und die Bundesrepublik Deutschland verlieh ihr die Verdienstmedaille des Bundesverdienstkreuzes und 2014 das Bundesverdienstkreuz.

Erna de Vries wurde am 21. Oktober 1923 in Kaiserslautern als Erna Korn geboren. Sie wuchs in einem Land auf, in dem jüdische Familien zwar in manchen Bereichen und durch manche Menschen Zurückweisung verspürten und benachteiligt wurden, das ihnen aber volle Bürgerrechte gewährte und theoretisch jeden Berufsweg offenhielt. Erst mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten Ende Januar 1933 und der ihr folgenden schrittweisen Entrechtung der jüdischen Deutschen – die in den Nürnberger Gesetzen von 1935 einen vorläufigen Höhepunkt erreichten – änderte sich der Alltag der Deutschen jüdischen Glaubens grundlegend und schmerzhaft.

Ein junges Mädchen wie Erna de Vries erlitt nun erste Ausgrenzungen im Bekanntenkreis, die staatlich gewollt waren, selbstverständliche Aktivitäten wie unbeschwerte Tanzabende und ein angemessener Schulbesuch wurden jüdischen Kindern und Jugendlichen verwehrt. Mitgliedschaften in Vereinen und eine den eigenen Fähigkeiten angemessene Ausbildung wurden unmöglich, Lebensträume zunichte gemacht, ganz zu schweigen von den Berufsverboten und Bewegungsbeschränkungen, die erwachsenen Juden die Erwerbsarbeit beinahe unmöglich machte und in die wirtschaftliche und soziale Isolation führten.

Während der Novemberpogrome 1938, der sogenannten Reichspogromnacht, ließ das Nazi-Regime alle Hemmungen fallen und begann mit der offensiven Zerschlagung des jüdischen Lebens, indem Menschen verhaftet und ermordet, Synagogen angezündet und abgerissen, Betriebe enteignet oder geschlossen wurden. Erna de Vries und ihre Mutter Jeanette erlebten dies am eignen Leibe: Ihre Wohnung wurde von einem antisemitischen Mob zerstört und unter Wasser gesetzt, ein Wiederkommen sollte unmöglich gemacht werden. Nur selten erfuhren sie Solidarität, so von einer mitmenschlichen Nachbarin, die ihnen bei der Wiederkehr mit Nahrung half. Erna de Vries, zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt, musste ihren Wunsch, Ärztin zu werden, aufgeben und begann stattdessen eine Ausbildung zur Krankenschwester in einem jüdischen Krankenhaus.

Drei Jahre später, nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juli 1941, begann die deutsche Regierung in Osteuropa eine Vernichtungsmaschinerie zu errichten, die mit Auschwitz, Sobibor und Treblinka einen historisch singulären zivilisatorischen Abgrund bedeutete. Erna de Vries erlebte und erlitt die Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung des deutschen und europäischen Judentums in allen Phasen am eigenen Leibe mit. Sie geriet – weil sie als junge Frau ihre Mutter auf der den Tod bedeutenden Deportation nach Auschwitz begleiten wollte – in diese Maschinerie, wo sie um ein Haar grausam ermordet worden wäre, so wie es ihre Mutter Jeanette Korn, geb. Löwenstein dort erleiden musste.

Nur wegen der menschenverachtenden Rassenlogik der Nazis, die Menschen wie Erna de Vries als Kind einer jüdisch-protestantischen Ehe als sogenannte „Halbjüdin“ deklarierte, wurde Erna de Vries wenige Minuten vor der sicheren Vergasung aus der Gruppe der zum Transport in die Gaskammer bestimmten Frauen herausgenommen und in das KZ Ravensbrück deportiert.

Kurz bevor der 2. Weltkrieg sein Ende fand, wurden die Überlebenden vieler KZs von den Lagerführungen auf Todesmärsche geschickt, um Spuren zu verwischen und letzte, oft ungestrafte Morde zu begehen. Erna de Vries überlebte durch die Unterstützung gutherziger Menschen ihres Umfeldes, so wie sie zuvor auch andernorts uneigennützige Hilfe erfuhr, dieses letzte Verbrechen an ihr und der Menschlichkeit. Nach der Stunde null konnte sie neue Kräfte entwickeln, die es der jungen Frau ermöglichten, nach vorne zu schauen. Nachdem sie in ihrem Familienkreis in Köln ihren späteren Ehemann Josef de Vries, der ebenfalls das KZ Auschwitz überlebt, aber seine erste Familie im Holocaust verloren hatte, kennenlernte, zogen die beiden als Ehepaar in den Heimatort Josefs, nach Lathen.

Schulprogramm

Die Schülerinnen und Schüler sind der Mittelpunkt der Arbeit an der ERNA-DE-VRIES-Schule. Ihre optimale Förderung und Entwicklung von der Einschulung bis zum Schulabschluss ist unser Ziel.

Dabei orientieren wir uns am Niedersächsischen Schulgesetz, am Orientierungsrahmen Schulqualität und den für die Grund- und Oberschule gültigen Richtlinien und Lehrplänen.

Das vorliegende Schulprogramm stellt dabei ein Instrument für die eigenverantwortliche Entwicklung unserer Schule dar. Es dient als Arbeitsgrundlage, um die Qualität der Schule sichern, überprüfen und weiterentwickeln zu können. Somit wird es nach den Bedürfnissen der Bildungs- und Regionalentwicklung kontinuierlich überarbeitet, verändert und aktualisiert.

Auf der Grundlage einer Bestandsaufnahme der Schule werden die Zielsetzungen und Vorhaben der Schule beschrieben, die Umsetzung dokumentiert und die Ergebnisse überprüft. Es gibt einen Überblick über das, was wir erreicht haben, und über das, was wir uns für die Zukunft vorgenommen haben.

Die ERNA-DE-VRIES-SCHULE ist eine Grund- und Oberschule mit Schulkindergarten unweit der holländischen Grenze im mittleren Emsland. Der Träger der Schule ist die Samtgemeinde Lathen. Die Schule umfasst einen Schulkindergarten und die Jahrgänge 1-10. Insgesamt befinden sich hier über 700 Schüler/innen in den Jahrgängen. Die Schule ist drei- bis vierzügig und hat in der Regel mehr als 36 Klassen, in denen fast 70 Lehrkräfte unterrichten. Unterstützung findet der Unterrichtsbetrieb durch Förderschullehrkräfte der nahe gelegenen Erich-Kästner–Schule in Sögel, Fachpraxis-Lehrkräfte der Berufsschule in Papenburg, drei Sozialpädagogen, mehreren pädagogischen Mitarbeiterinnen und in der Regel zwei FSJlern. Drei Sekretärinnen, ein Schulassistent und ein Hausmeister vervollständigen das Team der Schule. Hinzu kommen noch Schulbegleiter/innen für einzelne Schüler.

Im Rahmen der Vorbereitungen zur Namensgebung unserer Schule wurde über eine Neuausrichtung unseres bisherigen Leitbildes „Miteinander leben – Voneinander lernen“ nachgedacht. Durch die Lektüre des Buches von Frau de Vries „Der Auftrag meiner Mutter“ aber auch durch viele persönliche Gespräche mit ihr fiel uns dabei immer stärker auf, wie sehr sie die Hilfsbereitschaft einzelner Menschen in ihrer damaligen Situation hervorhob und zu schätzen wusste, obwohl diese Menschen sich teilweise selbst dadurch in Gefahr brachten. In diesem Zusammenhang kristallisierte sich für uns immer mehr unser heutiges Leitbild heraus:

„Nicht nur Mensch sein, sondern mitmenschlich sein.“

Wir legen daher Wert darauf, dass alle an der Schule Beteiligten ein mitmenschliches Miteinander pflegen. Darüber hinaus soll unser Leitbild allen ein Wegweiser sein für die Richtung, die wir gemeinsam mit unserer Schule gehen wollen, ohne jemanden dabei zurückzulassen. Unser Leitbild soll Halt geben und gleichzeitig allen Beteiligten Lust auf eine Schule machen, in der sich Kinder und Jugendliche frei entfalten und wohl fühlen sollen – eine Schule in der die Stärken gestärkt und die Schwächen geschwächt werden.

Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler befähigen

  • die notwendigen schulischen Basisqualifikationen zu erwerben,
  • ihr gesellschaftliches Grundwissen weiterzuführen und zu vertiefen,
  • sich beruflich zu orientieren,
  • das eigene Leben zu gestalten,
  • sich in der Welt zu orientieren,
  • Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Alle Lehrerinnen und Lehrer verstehen sich als Organisatoren der Lernprozesse, Erzieher und Bezugspersonen.

Wir verstehen Schule als Lebensraum und möchten, dass sich alle an unserer Schule wohlfühlen. Daher soll an unserer Schule auch Freude an der Wissensvermittlung und schulischer Arbeit vermittelt werden.

Alle an der Schule Beteiligten verpflichten sich zu Freundlichkeit, Aufgeschlossenheit, Gewaltlosigkeit und Verantwortlichkeit, um einen lernfreundlichen Lebensraum zu schaffen.

Eltern und Erziehungsberechtigte, als wichtigste Bezugspersonen der Schülerinnen und Schüler, sollen in die schulische Erziehungsarbeit eingebunden werden und diese mittragen.

Frau Erna de Vries wurde am 21. Oktober 1923 als einzige Tochter der Eheleute Jeanette Korn und Jacob Korn in Kaiserslautern geboren. Ihr Vater verstarb schon 1931, während ihre Mutter als Jüdin in Auschwitz umgebracht worden ist. Da ihr Vater evangelisch war, ist Erna de Vries 1943 im Alter von 19 Jahren nur knapp der Vernichtung in Auschwitz entgangen. Unmittelbar vor dem Gang in die Gaskammer ist sie aus dem Todesblock geholt und nach Ravensbrück deportiert worden. Dort erlebte sie 1945 die Befreiung.

Im Jahr 1947 heiratete Erna de Vries ihren Mann Josef de Vries und zog mit ihm in das Emsland nach Lathen, weil er selbst gebürtiger aus diesem Ort kam. Sie bekamen zusammen drei Kinder. Josef de Vries verbrachte selbst sechs Jahre in Konzentrationslagern und verlor auch seine erste Frau und ein Kind.

Im Todesblock 25 in Auschwitz entstand der Schlüsselsatz ihrer Lebensgeschichte „Ich wollte noch einmal die Sonne sehen“. Seit 1998 erzählt Frau de Vries, mit damals 75 Jahren nun ihre Lebensgeschichte und besuchte dabei auch unzählige Schulen. Erst im Frühjahr 2020, im Alter von 96 Jahren, musste sie aus gesundheitlichen Gründen diese Tätigkeit aufgeben. Im Juni 2018 wurde die Schule nach ihr benannt. Bei den Feierlichkeiten war Frau de Vries selbst anwesend. Seither findet im Oktober der Erna de Vries – Projekttag statt, an dem sie noch zweimal selbst teilnahm.

Den Grundstock der heutigen ERNA-DE-VRIES-SCHULE bildet die Katholische Volksschule von 1936, die noch immer Teil des Gebäudekomplexes der Schule ist. 1967 wurde hieraus die Volksschule aller Bekenntnisse, um dann 1971 in eine Volksschule mit Förderstufe umgewandelt zu werden. Darauf entstanden die Grund- und Hauptschule und die Realschule mit alter Turnhalle. Im Jahre 1976 wurden das Gebäude der Orientierungsstufe und die große Turnhalle errichtet. Ab 1979 trug die Schule die Bezeichnung „Grund- und Hauptschule mit Orientierungsstufe“. Die Realschule blieb eigenständig In den 80er Jahren reichte der Platz für die Grundschule im alten Volksschulgebäude nicht mehr aus, so dass ein Erweiterungsbau für die Jahrgänge 1 und 2 an der Straße Heidswiemoor entstand. Mit der Auflösung der Orientierungsstufe im Jahr 2004 wurde die Schule in „Grund- und Hauptschule“, die auch einen Schulkindergarten enthält, umbenannt. 2010 wurden die bislang eigenständigen Schulen der Samtgemeinde, die Grund- und Hauptschule sowie die Realschule, zur Grund-, Haupt- und Realschule zusammengelegt. 2011 wurde sie dann offiziell zur Grund- und Oberschule. Ab dem Jahr 2017 wurde eine umfassende Neustrukturierung der Schule initiiert, die auch größere Renovierungs- und Erneuerungsarbeiten nach sich zog und derzeit noch andauert.

Das Schulgebäude der Jahrgänge 1 und 2 und des Schulkindergartens im Heidswiemoor wurde in diesem Zuge aufgegeben und im Rahmen einer Umstrukturierung der Raumnutzung von der Samtgemeinde als Krippe und Hort umgebaut. Die Grundschule mit allen Jahrgängen und dem Schulkindergarten bezog 2018 das renovierte ehemalige Realschulgebäude. Im Juni 2018 fand unter der Teilnahme von Frau Erna de Vries die feierliche Namensgebung der heutigen ERNA-DE-VRIES-SCHULE statt.

An der ERNA-DE-VRIES-Schule bilden folgende Kompetenzeinheiten die zentrale Organisationsstruktur der Schule:

Schulleitung:

  • Schulleiter
  • Stellvertretender Schulleiter
  • Konrektor
  • Didaktischer Leiter

Funktionsstellen:

  • Berufs-/Studienorientierende Maßnahmen/Kooperationen
  • Ganztag/Projektarbeit
  • Notfall-/Krisenmanagement und Salutogenese
  • Schulisches Auftreten/Pressearbeit
  • Inklusion
  • Schulische Sozialarbeit

Fachkonferenzleitungen:

  • Fachbereich Arbeit/Wirtschaft/Technik
  • Fachbereich GSW (Erdkunde/Geschichte/Politik)
  • Fachbereich Mathematik/Naturwissenschaften (Chemie/ Biologie/Physik)
  • Fachbereich Sprachen (Englisch, französisch, Niederländisch)
  • Fachbereich MUKUBI (Kunst/Textil/Werken/Musik)
  • Sonstige Fachbereiche (Hauswirtschaft / Gesundheit und Soziales / Religion / Werte und Normen / Sport)

Funktionen:

  • Beratungslehrkräfte
  • Brandschutz/Sicherheit/Gefahrstoffe
  • Datenschutzbeauftragter
  • Erste Hilfe
  • Gleichstellungsbeauftragte
  • Personalrat

Organisation:

  • Sekretariat
  • Hausmeister
  • Schulassistent

Weitere Kompetenzeinheiten:

  • Berufsberatung
  • Sonderpädagogische Unterstützung
  • Schulpastoral
  • Pädagogische Mitarbeiter
  • Schulbegleiter

An unserer Schule können nach dem Übergang von der Grundschule im Wesentlichen folgende Schulabschlüsse nach den Jahrgängen 9 und 10 erworben werden:

  • Nach Jahrgang 9 wird der Förderschulabschluss und der Hauptschulabschluss nach Klasse 9 erworben.
  • Nach Jahrgang 10 kann der Förderschulabschluss Hauptschule (Klasse 9), der Hauptschulabschluss Klasse 10, der Realschulabschluss und der erweiterte Realschulabschluss absolviert werden.

Dabei geht die jahrgangsbezogene Oberschule in den Jahrgängen 9 und 10 wieder in die Schulzweige der Realschule und der Hauptschule über. Durchgehend bestehen bleibt jedoch das Jahrgangsprinzip, d.h. alle Klassen eines Jahrgangs werden in einem Gebäudeteil zusammen untergebracht und unternehmen auch gemeinsame Aktivitäten wie z.B. Klassenfahrten. Neben den Schulabschlüssen ist der Schule ist den Kollegen aber auch die sorgfältige Vorbereitung auf einen beruflichen Werdegang wichtig, den sie durch ein vielfältiges Programm während der gesamten Schullaufbahn unterstützt.

Die ERNA-DE-VRIES-Schule ist eine Grund- und Oberschule mit Schulkindergarten.

Die Grundschule bietet im Rahmen der verlässlichen Grundschule täglich eine Betreuungsstunde (5. US: 11.50-12.35 Uhr) durch pädagogische Mitarbeiter an. Darüber hinaus haben Eltern die Möglichkeit ihre Kinder sowohl von Montag bis Donnerstag bei der Hausaufgabenbetreuung (6.US: 12.40-13.25 Uhr) als auch am Montag, Dienstag und Donnerstag bei einem Angebot im Rahmen der offenen Ganztagsbetreuung (7./8. US: 13.30- 15.30 Uhr) anzumelden. Die Schulbusse fahren jeweils entsprechend. Die Nachmittagsbetreuung findet in festen Gruppen statt und wird durch pädagogische Mitarbeiter gewährleistet.

Die Oberschule ist eine teilgebundene Ganztagsschule, das heißt die Schüler werden an zwei Nachmittagen bis 15:30 Uhr verbindlich unterrichtet. Neben dem Regelunterricht findet ein außerunterrichtliches Angebot (AGs) in der Regel an je zwei Nachmittagen in der 7. und 8. Stunde statt. Zu diesem außerschulischen Angebot zählen: Sozialtraining, Hausaufgabenbetreuung, Erna-de-Vries-AG, Gitarrengruppe, Ju Jutsu, Volleyball, Fußball, Schulband, Schulgarten-AG, Theatergruppen und vieles mehr. Über die teilgebundene Ganztagsschule hinaus kann jeder Schüler an zwei weiteren Tagen an einem Betreuungsangebot teilnehmen.

An der Schule kann während der Mittagspause ein Mittagsessen eingenommen werden, das vom ortsansässigen Seniorenwohnheim Sankt Marien geliefert wird und in der eigenen Mensa im Schichtbetrieb eingenommen werden kann. Für die Oberschule kommt noch ein täglich geöffneter Kiosk in der ersten großen Pause hinzu, an dem Brötchen, Getränke und wechselnde Angebote für den täglichen Bedarf gekauft werden können. In einem weiteren Schülerkiosk, der zweimal in der Woche in der ersten großen Pause geöffnet hat, können fehlende Verbrauchsmaterialien (Stifte, Arbeitshefte, etc.) gekauft werden. Ein allgemein zugänglicher Wasserspender sorgt dafür, dass jeder Schüler die Möglichkeit erhält, Trinkwasser selbst zu zapfen.

Zur Beratung und Unterstützung haben wir nicht nur den Vertrauenslehrer und zwei Beratungslehrkräfte, sondern insgesamt auch drei Schulsozialpädagogen/-pädagoginnen, die sich um die außerunterrichtlichen Belange kümmern. Dabei bieten sie nicht nur Einzelgespräche, sondern auch Gruppen- oder Elterngespräche an. Zudem sind die Sozialpädagogen/-pädagoginnen mit einer Stunde im Rahmen eines Sozialkompetenztrainings in den Unterricht eingebunden. Ein weiteres Anliegen ist uns auch die Berufsvorbereitung und Berufsberatung. Neben Praktika, dem Kompetenzfeststellungsverfahren oder den Profilfindungstagen ist ein Berufsberater an zwei Tagen in der Woche an der Schule und steht den Schülern und Eltern für Fragen und Informationsveranstaltungen zur Verfügung.

Schulische Aktionen, die im Jahresrhythmus wiederkehren, sind (in Auszügen): Ausbildungsbörse, Bundesjugendspiele, Erna de Vries – Projekttag, Gottesdienste, Jugend trainiert für Olympia, Kartoffelernte, Projektwoche der Grundschule und der Oberschule, Schnuppertag für die Grundschule und für die Oberschule, Schulpraktika, Schwimmwettbewerbe, Tagesfahrten, Teilnahme am Lesewettbewerb, Theaterbesuche, etc..

Neben eintägigen Schulausflügen, wie eine jährliche Fahrt zur Erna-de-Vries-Realschule nach Münster, finden auch mehrtägige Klassenfahrten statt. In den Jahrgängen 9 und 10 werden Schulfahrten nach Frankreich (Paris) und England (London) angeboten. Des Weiteren findet im jährlichen Wechsel eine Schüleraustauschfahrt mit der Schule aus Kiwity (Polen) (Partnergemeinde der Samtgemeinde Lathen) statt.

Zur Ausstattung unserer Schule seien an dieser Stelle nur einige Highlights genannt: Vier naturwissenschaftliche Räume, zwei Kunsträume und zwei Musikräume, zwei Bühnen für Theater- oder Musikaufführungen, einen Raum der Stille und einen weiteren Fachunterrichtsraum, eine große und eine kleine Schulküche, drei Werkräume, u.a. für Holz- und Metalltechnik, einen Textilraum, einen Technikraum sowie ein Studio für die Erstellung von Nachrichten oder Podcasts, eine Großraumsporthalle, eine Turnhalle. Ein nebenliegendes Freibad kann in den Sommermonaten genutzt werden. Die Klassenzimmer des vierten Schuljahrgangs verfügen über einen anliegenden Gruppenraum. Alle Klassenräume sind mit digitalen Tafeln (Smartboards) ausgestattet.

Das lebenslange Lernen ist nicht nur ein Stichwort für Schüler, sondern auch für uns als Lehrende. Daher hat Fortbildung bei uns einen hohen Stellenwert.

Um regelmäßige Fortbildungen zu ermöglichen, werden zunächst einmal sämtliche Fortbildungen, die der Schule zugesandt werden an die Kollegen und Fachkreise weitergeleitet. Die Lehrkräfte können sich selbstständig zu Fortbildungen nach Interessen anmelden, teilweise werden Fortbildungsangebote in den einzelnen Fachgruppen besprochen oder es werden auch gezielt Kollegen von der Schulleitung für Fortbildungen vorgeschlagen. Die jährlich stattgefundenen Fortbildungen werden nach Fachbereichen geordnet und in das Kompetenzprofil der Lehrer eingearbeitet. So kann auch nach Jahren festgestellt werden, wer sich in welchen Bereichen weiterqualifiziert hat.

Wir legen viel Wert auf die Arbeit in Jahrgangsteams. Klassenarbeiten und Unterrichtsmaterialien können ausgetauscht und entsprechend überarbeitet werden.

Darüber hinaus überprüfen die Fachkonferenzen jährlich die schuleigenen Arbeitspläne.

Die Auswertung von Vergleichs- und Abschlussarbeiten über den didaktischen Leiter geben einen zuverlässigen Einblick über das Lernniveau an der Schule.

2018 hat die Schule erstmalig – nach den zuvor stattgefundenen Schulinspektionen – an einer „Bugis“-Umfrage teilgenommen. Hieraus haben sich wiederum Arbeitsgruppen gebildet, die zur Veränderungen an der Schule geführt haben. So wurde u.a. das Lehrerzimmer vergrößert und ein Arbeitsraum für Lehrer eingerichtet. Diese Umfrage soll nach Möglichkeit in einem regelmäßigen Abstand eine Wiederholung finden, um das Wohlbefinden aller an Schule Beteiligten zu fördern und zu sichern.

An einer jährlich stattfindenden Schilf werden zudem immer wieder Themen aufgegriffen und bearbeitet, die sich mit der generellen Weiterentwicklung der Schule beschäftigen. So ist es hier schon um das Leitbild, um Lehrergesundheit oder um den Umgang mit den digitalen Möglichkeiten der Schule gegangen.

Derzeit beschäftigen wir uns nach der Einführung des digitalen Klassenbuchs mit dessen weiteren Nutzungsmöglichkeiten. Auch die intensive Nutzung von ISERV mit seinen vielfältigen Möglichkeiten bauen wir derzeit aus. Auf diesem Hintergrund prüfen wir auch, ob und wie die Anschaffung von Tablets von Schülern sinnvoll ist und realisiert werden kann.

Aufgrund der erhöhten Nachfrage in der Nachmittagsbetreuung der Grundschule erörtern wir die Möglichkeiten unseres Betreuungsangebots.

Letztlich sind wir mit der weiteren Erneuerung und Renovierung der Schule beschäftigt, die noch die Schulhofgestaltung, die Renovierung des alten OS-Traktes, die Erneuerung der Küche und der Turnhallen betreffen. Gerade dieser Punkt wird sich sicherlich noch über ein halbes Jahrzehnt hinziehen.

Es besteht der Wunsch zum 100. Geburtstag von Frau de Vries einmal in Ausschwitz gewesen zu sein. Die politischen Äußerungen im Jahr 2020, dass jeder Schülerin und jedem Schüler eine Reise zu einer Holocaust-Gedenkstätte ermöglicht werden soll, eröffnet vielleicht sogar den Horizont für eine Schulfahrt zumindest mit den höheren Klassen in regelmäßigen Abständen.

Ein herzlicher Dank geht an alle, die an unserem Schulprogramm mitgewirkt haben.